Wintercamping mit dem Wohnmobil

Es hat schon seinen eigenen Zauber im Winter zu verreisen. Verschneite Landschaften und ein vereister See, schneebedeckte Berge, die zum Skifahren einladen und dann nach einem erholsamen Tag beim heißen Tee den Panoramablick genießen.

Es ist nicht nur gemütlich und praktisch, sondern kann zur Skihochsaison bares Geld sparen bzw. die Reise überhaupt erst ermöglichen. Läuft die Saison an, sind die Schlafkapazitäten der Geheimtipps schnell erschöpft. Bringt man sein zu Hause mit, ist man nicht nur spontaner in der Platzwahl, sondern muss sich nicht schon Monate vorher Gedanken machen, wo könnte denn Schnee liegen, um sich dann ein Zimmer zu buchen.

Egal ob sie nun am Wintersport- interessiert sind oder einfach nur das Ambiente genießen wollen, die Anforderungen an eine solche Reise sind nahezu die gleichen. Umfassende Kälteisolierung, Heizeinrichtungen, eisfreie Frisch- und Abwassertanks sowie Warmwasserversorgung sind nicht nur Komfort, sondern ein muss.

Kein Feuer kann sich mit dem Sonnenschein eines Wintertages messen.

Henry David Thoureau
Heck eines bestark beladenen Autos in Winterlandschaft

Generell gilt, unabhängig von teil- oder vollintegrierter Bauweise: je größer die Glasflächen und je dünner die Wände, desto größer der Wärmeverlust. Sollte die Ausstattung noch nicht für ein Wintercamping ausgelegt sein so kann man sich aber im Fachhandel über Nachrüstvarianten informieren um dem Wärmeverlust durch Isolierung und Wärmeerzeugung entgegenzuwirken.
Mobile strombetriebene Heizlüfter haben neben dem wärmenden Effekt auch die positive Eigenschaft angelaufene Scheiben und nasse Kleidung zu trocknen. Eine der bewährtesten Varianten zur schnellen Nachrüstung sind Heizteppiche. Sind die Füße kalt, ist auch der Rest kalt. Das wohlige Gefühl tritt quasi sofort mit Betreten des Fahrzeugs ein. Und da die warme Luft sowieso nach oben steig erfüllt sich relativ schnell der ganze Raum mit einer gemütlichen Wärme. Die Wirkung kann hier noch durch das Verlegen von Isolationsfolie maximiert werden. Diese kann man einfach selbst nachrüsten. Diese Folie besteht auch einer dünnen Styrofoam Schicht welche einseitig mit Reflexionsfolie bespannt wird. Dies reflektiert die Wärmestrahlung in den Innenraum und dämmt gegen die Kälte von außen. Thermoschutzhauben, sowie Thermomatten für Fenster lassen sich schnell und Kostengünstig nachrüsten und kompensieren somit die wärme abgebende Fläche. Die größte Kältebrücke stellt zumeist das Fahrerhaus dar. Hierfür gibt es tolle Bodenschürzen zum Nachrüsten.
Denken Sie vielleicht darüber nach Wintertaugliches Equipment in entsprechende Vorzelte auszulagern um beim Öffnen der beheizten Heckgarage nicht zu viel Wärmeverlust zu erzeugen. Zusätzlich bietet ein Vorzelt mit entsprechender Bodenisolation bereits eine Art Wärmeschleier vor dem Eingang zum Wohnmobil und hält der Innenraum sauber.
Das die Heizung bei Minusgraden mehr Gas abverlangt ist klar, man kann grob Kalkulieren das eine normale 11kg Propangasflasche bei Dauerbetrieb ca. 2 Tage ausreicht. Sollten die Platzkapazitäten ausreichen sollte man prüfen, ob die Installation eines 2 Flaschensystems mit Umschaltautomatik für die angestrebte Reisedauer eine sinnvolle Einrichtung darstellt. Folgende Sachen sollten zusätzlich in das Reisegepäck für das Wintercamping:

  • Enteisungsspray für Türschlösser und Gasflaschen
  • Eiskratzer(Teleskopstiel)
  • Defrosterspray(Scheiben)
  • Taschenlampe Stirnlampe(!)
  • Auffahrkeile
  • Teleskopleiter und Besen für die Dachreinigung
  • Platten bzw. Unterlegbretter um das Einsinken im Untergrund zu verhindern
  • Kaminverlängerung für die Abgasleitung
  • Konischer Eimer
  • Tücher um Schwitzwasser aufzunehmen

Solltet ihr am Campen mit Wintersport verbinden so vergewissert euch immer vorher über die vorhandene Infrastruktur des Stellplatzes. Viele bieten Aufbewahrungsräume für eure Ausrüstung, Bäder, Thermen, Saunen. Schaut auch nach Restaurants und vergewissert euch wie die Anbindung via Bus o. ä. sich gestaltet.

Eine der wichtigsten Dinge im Wintercamping ist, auch wenn es etwas widersinnig klingt, das regelmäßige Lüften. Die feuchte Luft muss regelmäßig entweichen können, Schwitzwasser so gut es geht aufgenommen werden(dafür die Tücher) und die Zwangsentlüftungen müssen frei gehalten werden. Sprich befreien sie Regelmäßig das Dach sowie die Lüftungen vom Schnee. Sie beugen damit der Schimmelbildung vor. Achten Sie darauf, dass Stromkabel auf dem Boden nicht festfrieren oder von anderen Fahrzeugen(Schneepflug) zerstört werden können.